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Collegium Musicum erweist sich als Publikumsmagnet: Ausverkauft!
Oberkirch. Es geht immer noch ein wenig besser- getreu diesem Motto wird beim Oberkircher Collegium Musicum offensichtlich an der anstehenden Konzertliteratur gearbeitet. Das wurde beim Weihnachtskonzert in der Erwin-Braun-Halle überaus deutlich. Ein überlegt zusammengestelltes Programm mit Werken von Mozart, Dvorak und Brahms, der hervorragende Solist Matthias Wiemer, Violoncello, und ein bestens vorbereitetes Orchester waren Garant für einen beeindruckenden Konzertabend.
Noch bevor der erste Ton des Abends erklang, erinnerte der Dirigent des Orchesters Prof. Joachim Lemme an den in diesem Jahr verstorbenen langjährigen Solocellisten des Collegium Musicum Werner Klett, dem dieses Konzert gewidmet werden sollte. Zum Auftakt des Abends stand die Ouvertüre zur Oper "La Clemenza di Tito" , KV 621 von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Obwohl das Werk inhaltlich auf die Oper Bezug nimmt, ist sie doch wie alle anderen Ouvertüren Mozarts nicht nur eine Einführung in die Stimmungen des Operngeschehens, sondern eine eigenständige Komposition, die innerhalb ihrer Geschlossenheit selbständige Gedanken und eigene Thematiken beinhaltet und deshalb auch zurecht isoliert aufgeführt werden kann. Im Grunde klingt das im festlichen C-Dur Gewand daherkommende Werk wie das Kondensat einer Sinfonie. Erstaunlicherweise entstand das Auftragswerk innerhalb von nur 19 Tagen- neben der "Zauberflöte" und dem Requiem. Ein sorgfältig ausgewähltes Werk zum Auftakt, dessen scharfes Anfangstempo die Zuhörer gleich in den Bann des in jedem einzelnen Register mit Topp-Musikern besetzten Orchesters schlug.
Dass der Oberkircher Orchesterverein über ganz hervorragende Solisten verfügt, beweisen die vielen Solo- Auftritte von Musikern aus den eigenen Reihen in vergangenen Konzerten. Matthias Wiemer, seit 2004 Cellist im Orchesterverein collegium musicum stellte dem Oberkircher Publikum mit dem Cello-Konzert h-moll, op.104 von Antonin Dvorak vor. Dieses in Amerika entstandene Werk gehört zu den berühmtesten Cello-Konzerten und ist eines der wichtigsten Stücke im Repertoire für Violoncello.
Matthias Wiemer erwies sich dabei als glänzender Vertreter seiner Zunft- er spielte das dreisätzige Werk komplett auswendig und begeisterte seine Zuhörer mit überragender Virtuosität und großer musikalischer Gestaltungskraft. Bewundernswert war dabei die gute Kommunikation zwischen Solist, Dirigent und Orchester, die letztendlich einen gelungenen Dialog und damit eine beeindruckende Interpretation des anspruchsvollen Werkes garantierte. Ein unbeschriebenes Blatt ist Matthias Wiemer allerdings nicht- er studierte Violoncello an der Musikhochschule Stuttgart und erhielt sein Konzertexamen zum Abschluss seines Aufbaustudiums in Köln. Inzwischen arbeitet er als Ausbilder für Physiotherapie- insgesamt ein Glücksfall für Oberkirch und den Orchesterverein.
Im zweiten Teil des Abends bekamen die Oberkircher Klassik-Liebhaber ein großes Werk der Romantik zu hören. Die zweite Symphonie, op. 73, von Johannes Brahms widerspricht der gängigen Vorstellung Brahms Musik sei die eines ernsten verschlossenen und schwermütigen Komponisten. Das sind zweifellos Merkmale der Werke des großen Komponisten- doch eben diese zweite Symphonie in freundlich hellem D-Dur, die am Wörthersee und in Lichtental bei Baden-Baden entstanden und wohl durch die Schönheit dieser Landschaften inspiriert ist, ging zurecht als Brahmssche "Pastorale" in die Musikgeschichte ein. Was nicht heißt, das das Orchester eine einfache Arbeit zu tun hat- im Gegenteil: die einzelnen Register sind in jedem Satz gefordert. Genußvoll zurücklehnen an diesem Abend konnte sich allenfalls das Publikum, aber keiner der Akteure auf der Bühne. Auf die typisch- romantische Harmonik, schwierige Rhythmen und extreme dynamische Wendungen in kleinsten Zeiträumen verzichtete der Komponist freilich nicht- was die Musiker und den hochkonzentrierten Dirigenten Prof. Joachim Lemme nicht aus der Fassung zu bringen vermochte: Es gelang eine mehr als überzeugende Interpretation des genialen Werkes. Vor allem den 3. Satz mit seiner Vielzahl an einfallsreichen Ideen und virtuos- verspielten Themen spielte das Orchester grandios. Der tadellosen Leistung folgte mit dem langanhaltenden Applaus des Publikums die sichtbare Erschöpfung- die zweite Symphonie hatte dem spielfreudigen Orchester und dem sicher agierenden Dirigenten wirklich alles abverlangt. Die obligatorische Zugabe wurde selbstverständlich ohne Zaudern gerne gewährt.
Klaus Leopold
Lemme kann auch Kabarettist
collegium musicum« setzte ein weiteres Glanzlicht
Ein großes Weihnachtsgeschenk
Collegium musicum unter der Leitung von Joachim Lemme in Oberkirch / Bewunderter Solist
Das Collegium musicum bescherte den Besuchern beim Konzert des Oberkircher Orchestervereins in der Erwin-Braun-Halle auch ohne Weihnachtsmusik im Programm ein großes Weihnachtsgeschenk.
Oberkirch. Dass die Oberkircher Erwin-Braun-Halle bis auf den letzten Platz mit Menschen aller Generationen gefüllt war, zeigt, welch hohe Erwartungen an das Konzert des Orchestervereins Oberkirch geknüpft wurden. Professor Joachim Lemme und das Orchester haben sich mit Fleiß, Können und Musizierfreude großen musikalischen Herausforderungen gestellt. Das Publikum hat mit gespannter Aufmerksamkeit zugehört und mit impulsiver Begeisterung reagiert. Lemme und seinen Musikerinnen und Musikern ist vor Weihnachten ein großartiges Konzert gelungen.
Auf dem Programm standen die Mozart-Sinfonie Nr. 25 g-Moll KV 183, das Adagietto aus der 5. Sinfonie cis-Moll von Gustav Mahler, das Kontrabass-Konzert in fis-Moll von Serge Koussewitzky und dis vierte Sinfonie c-Moll von Franz Schubert. Die Aufzählung der Werke zeigt, wie gegensätzlich die Musikfolge zusammengestellt war. Aber im Laufe des Konzertes zeigte sich, dass jede musikalische »Station« seinen Charakter und seine Schönheit zur Entfaltung brachte.
Der rote Faden des Konzertes lag nicht in der geschichtlichen oder stilistischen Folgerichtigkeit, sondern im Ernst und in der inneren Dramatik, die trotz aller Klangpracht immer wieder zum Durchbruch kam.
Solobass »traktiert«
Eine kleine Ausbuchtung in diesem roten Faden war allerdings das Konzert für Kontrabass und Orchester op. 3 von S. Koussewitzky. Das Spiel auf dem großen Streich- und Zupfinstrument hat meist auch etwas Humorvolles an sich.
So konnte man mit köstlichem Vergnügen dem Solisten Norbert Brenner (Solobassist des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg) zuhören, der mit virtuoser Behändigkeit sein Instrument »traktierte« und ihm dabei herrlich extravagante Musik entlockte.
Trügerische Ruhe
Melancholische Seelenbefindlichkeiten dagegen lagen Mahlers Adagietto aus der fünften Sinfonie cis-Moll zugrunde. Dorothee Neu streute klangvoll ihre Harfentöne wie Tropfen in das Meer des Streicherklangs. Äußerlich passierte nicht viel.
Doch die Ruhe war trügerisch, denn in der Tiefe schlummerten geheimnisvoll seelische Erschütterungen. Diese mit seismographischer Empfindsamkeit in der Musik hörbar gemacht zu haben, war eine große Leistung des Collegium musicum unter der Leitung von Joachim Lemme.
Unübersehbare Seelenverwandschaft bestand zwischen dem Eröffnungsstück, Mozarts Sinfonie Nr. 25, g-Moll, und der Schubert-Sinfonie Nr. 4, c-Moll. Die Musik des 17-jährigen Mozart aus der Salzburger Zeit kommt zwar unkomplizierter und flüssiger daher als die Musik Schuberts, doch ist auch in ihr unüberhörbar der Ernst des Lebens anwesend. Das Sinfonieorchester Oberkirch hat diese Sinfonie mit Schwung, Feingefühl und Eleganz vorgetragen und so schon zu Beginn einen gehaltvollen Akzent gesetzt. Die Schubertsinfonie war auf größere Dramatik angelegt und machte einen größeren Klangapparat erforderlich.
Stimmige Klangfarben
Auch in dieser großen Besetzung zeigte sich die Qualität des Orchesters: die weite, austarierte und kraftvolle Dynamik, die in jeder Lautstärke stimmigen Klangfarben, die mit thematischer und rhythmischer Präsenz gestaltenten Musikbilder. Der 19-jährige Schubert hat in dieser Sinfonie, genannt »die Tragische«, der Tonsprache eine neue Dimension innerer Dramatik erschlossen, das Oberkircher Orchester hat bei der Erarbeitung dieses Werkes seine Ausdrucksfähigkeit in bewundernswerter Weise gesteigert. Joachim Lemme hat dem Oberkircher Publikum keine Weihnachtsmusik beschert, aber den kulturbewussten Bürgern der Region zu Weihnachten ein großes Geschenk gemacht.
Kurt Bayer
Orchester spielte mit Liebe zur Musik
Frühjahrskonzert des collegium musicum in Oberkirch/Cellokonzert mit Anne Heinrich als Solistin
Musikalität auf sehr hohem Niveau und mit Anne Heinrich eine spielfreudige Solistin gab es beim Frühjahrskonzert des collegium musicum in der Erwin-Braun-Halle.
Oberkirch. Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven sind klingende Namen. Klangvoll und beeindruckend war auch das Frühjahrskonzert, das das collegium musicum in der Stadthalle gab. Das Publikum freute sich über die Homogenität der Interpretationen und die Lebendigkeit der Musikauffassungen. Das Programm beleuchtete nicht nur die stilistische Entwicklung von der Barockzeit zur Wiener Klassik, Joachim Lemme hatte auch eine Steigerung während des Konzerts fest vorprogrammiert: die Größe des Orchesters von kleinster, über eine mittlere hin zur großen Sinfonie-Besetzung und die damit verbundene Ausweitung der Klangfülle.
Das Konzert begann mit dem 6. Brandenburgisches Konzert von Johann Sebastian Bach. Es benötigte zur Ausführung nur zwei Violen, zwei Gamben (Violoncelli) und Generalbass: Violoncello, Kontrabass und Cembalo. Diese Musik fesselt schon von der Genialität der Komposition her. Darüber hinaus entwickelten die Musiker ein abgestimmtes Miteinander, so dass der Stafettenlauf der Phrasen nahtlos vonstatten ging. Die Tongebung hatte dynamische Innerlichkeit und strahlte empfindsame Wärme aus.
Das Cellokonzert C-Dur Hob VIIb:1 von Joseph Haydn brachte die Tenorlage der Streichinstrumente zum Schwingen. Anne Heinrich aus Oberkirch war die Solistin. Sie spielte auswendig, technisch und musikalisch souverän und hatte dennoch eine gewinnende natürliche Beziehung zu ihrem Solopart. Im ersten Satz prägten Leichtigkeit und rhythmische Lebendigkeit die melodischen Gestalten, die sich geschwätzig schnell in hellen und dunklen Klangfarben tummelten. Im zweiten Satz kamen die lyrischen Charaktere zur Entfaltung. Es war berührend, wie die Solo-Cello-Töne kraftvoll im Orchesterklang schweben konnten, ohne ihre Innerlichkeit und ihren Schmelz zu verlieren. Im dritten Satz schlug Lemme ein flottes Tempo an. Das machte die Musik spritzig und heiter. Anne Heinrich spielte mit virtuoser Greif- und Bogentechnik und setzte ihrem Spiel noch einen Glanzpunkt hinzu. Das Orchester gab der Solistin die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten.
Die Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (Eroica) von Ludwig van Beethoven war zweifellos das gewaltigste Werk des Konzertabends. Es stellte die beiden vorangehenden Werke nicht in Schatten, denn auch diese waren je in ihrer Weise Kunstwerke mit substantieller Größe. Aber die Beethoven-Sinfonie übertraf sie an Länge, musikalischer Dramatik und Klangvolumen.
Das Werk ist sehr bekannt und dennoch wird man immer wieder von seiner Originalität mitgerissen. Und es ist eine herausragende Leistung des Orchesters, die Komplexität und die innere Dynamik dieser Musik packend wiedergegeben zu haben. Es war wach für agogische Details und so gewappnet, die im brodelnden Tongemenge sich anbahnenden Entwicklungen und die abrupten Überraschungen zu veranschaulichen.
Den Sonatensatz kennzeichnete die Dramatik des Aufbäumens und des Glättens, die mit Lust gesetzten Dissonanzen und stürmisches Vorwärtsdrängen. Der Marcia funebre bestach durch die Dichte des Klangs, durch ein Legato, das von innen her lebendig und mit einer strengen Rhythmik kombiniert war. Das Scherzo jagte rasend dahin und fand nur in den Jäger- Horn-Signalen des Trios eine kurze Atempause. Im Finale erreichte die Satzdichte ihren Höhepunkt: Themenverknüpfungen, reiches Rankenwerk, Polyphonie. Es zeigte sich, wie genial Beethoven die Sinfonie aus einer Keimzelle heraus entwickelt hat.
Joachim Lemme hat die Komplexität dieser Musik mit dem Orchester hervorragend darstellen können. Man spürte, dass die technische Meisterschaft hoch ist und dass Einzelgruppierungen zugunsten eines Organismus zusammenwachsen. Das Publikum nahm dies dankbar wahr und reagierte mit großer Begeisterung.
Kurt Bayer
Bruckner-Sinfonie hatte Premiere in Oberkirchs „guter Stube“
Sommerserenade im Hof von „Schloß Gaisbach“
Werke dreier großer Komponisten wurden vom Orchesterverein
"Collegium musicum" eindrucksvoll zu Gehör gebracht
Musikalische Qualität macht sich bezahlt: Ausverkauft!
Collegium Musicum besticht mit Mozart, Vivaldi und hochkarätigem Gastchor aus Tschechien:
Oberkirch. Musikalische Qualität macht sich auf lange Sicht bezahlt. Das erfährt derzeit das Collegium Musicum Oberkirch mit seinem Dirigenten Jochen Lemme, das sich einer immer noch wachsenden Anhängerschar erfreut. Die Erwin-Braun-Halle war bis auf den allerletzten Platz besetzt und das Publikum bekam mit den Solisten Jörg Werner, Violine, Sebastian Schindler, Horn und dem Jugendchor Ondrášek aus Tschechien ein Konzert mit durchweg festlicher Grundstimmung geboten.
Den Auftakt zum Weihnachtskonzert machten die Gäste aus Tschechien mit internationalen und heimatlichen Weihnachtsliedern. Der deutsch-tschechische Musikaustausch von Jugendlichen wird durch den deutsch-tschechischen Zukunftsfond in Prag und durch das Goetheinstitut in Bonn gefördert und durch die Musik- und Kunstschule Oberkirch mit ihrem Leiter Hansjörg Stürzel organisiert. Das Musikschul-Orchester wird im kommenden Januar zu einem Gegenbesuch nach Nový Jicín aufbrechen. Vom ersten Ton an machten die jungen Sänger und Sängerinnen deutlich, warum der Chor auch auf internationalen Podien gefragt und mit höchsten Auszeichnungen bedacht ist. Josef Zajícek, der erstklassige Chorleiter dirigierte beim Auftritt in der Erwin-Braun-Halle einen Chor, der durch eine lupenreine Intonation und eine unglaubliche, rhythmische Präzision bestach. Jede Einzelstimme ordnet sich diszipliniert dem außerordentlich homogenen Gesamtklang des Chores unter. Begleitet wurden die SängerInnen von Thomas Neuberth an der Trompete. Der Chor wurde nach dem Lied "Stille Nacht" mit begeistertem Beifall bedacht.
Virtouser Solist
Seit Jochen Lemme beim Collegium Musicum den Takt angibt, erlebt der Oberkircher Orchesterverein einen großen Aufschwung und erfreut sich einer immer größer werdenden Fangemeinde. Dies liegt nicht zuletzt an der unbestrittenen Qualität des Orchesters, das nach wie vor aus dem sehr gut ausgebildeten Nachwuchsreservoir der Musik- und Kunstschule schöpfen kann, sondern auch an den Instrumentalisten die an ihren Pulten eine hervorragende Arbeit verrichten. Einer davon ist der erste Geiger Jörg Werner, der sich an diesem Abend mit Antonio Vivaldis Konzert "Der Winter" aus den berühmten Zyklus "Vier Jahreszeiten" als Solist vorstellte. Vivaldis Konzerte verlangten zur damaligen Zeit einen Geigensolisten, der auf der Höhe der Zeit sein mußte, um den instrumentaltechnischen Anforderungen des Violin-Partes gewachsen zu sein. Dies gilt heute immer noch- und Jörg Werner zeigte sich den Ansprüchen des Werkes gewachsen. Souverän und virtuos meisterte er mit sehr guter Intonation auch die rasantesten Passagen, bei denen man förmlich die kalten Winterwinde am Fenster rütteln zu hören glaubte. Vor allem im zweiten langsamen Satz bestach er zum Pizzicato des Orchesters mit einem schön gestalteten, sanglichen Ton und elastischen Verzierungen.
Nach der Pause gab es ein Wiedersehen mit dem Hornisten Sebastian Schindler, der in Oberkirch aufgewachsen ist und seine musikalische Ausbildung an der Musik- und Kunstschule absolviert hat. Seit 2003 ist er stellvertretender Solohornist der Jenaer Philharmonie. Das Konzert für Horn und Orchester in Es-Dur, KV 447 gilt als das anspruchsvollste der vier Konzerte, die W.A. Mozart, damals inspiriert durch den befreundeten Hornisten Joseph Leutgeb geschrieben hat. Leutgeb galt damals als Pionier seines Instrumentes, so dass Mozart alle Neuentdeckungen, darunter eine neuartige Stopftechnik in seine Werke einbinden konnte. Sebastian Schindler spielte das Werk mit großem Ton, zeigte dabei keinerlei Ansatz-oder technische Schwächen und begeisterte sein Publikum mit seiner lupenreinen Interpretation des dreisätzigen Werkes. Das gut aufgelegte Orchester sorgte dabei für eine adäquate Unterstützung des Solisten, der wie Jörg Werner mit viel Beifall entlohnt wurde. Mit der "Linzer" Sinfonie in C-Dur, KV 425 bewies Mozart ein mal mehr seine Ausnahmestellung. Unter großem Zeitdruck fertigte er in nur vier Tagen eine Sinfonie mit einer glanzvollen, festlichen Aura. Zum ersten Mal nahm er in der Satzfolge, wohl in Anlehnung an Joseph Haydn einen langsamen Satz an den Anfang und verzichtet auch im langsamen Satz nicht auf die Pauken und Trompeten um den Glanz seiner Musik zu unterstreichen. Markant dabei ist auch die Behandlung der Holzbläser, die in vielen Passagen eine anspruchsvolle Arbeit zu verrichten haben. Die forschen, vorwärtsstürmenden Tempi des zweiten und letzten Satzes mit zahlreichen Tremolo-Effekten, die für viele schnellen Sätze im Schaffen Mozarts so charakteristisch sind, stellen ein Orchester vor eine nicht gerade leichte Aufgabe. Nicht immer gelang es dem Collegium Musicum dieses Vorwärtstreiben präzise und klar darzustellen.
Dafür aber überzeugte das Adagio, in dem das Orchester das wunderschöne Thema mit einer dynamisch und differenzierten Interpretation berührend zu gestalten wußte. Das Zahlreiche Publikum bedankte sich bei den Solisten und dem Orchester mit lang anhaltendem Beifall. Der sichtlich gerührte Dirigent Jochen Lemme zeigte sich erstaunt über den großen Zuspruch, den das Orchester derzeit erfährt und bedankte sich bei den Zuhörern mit zwei Zugaben.
Michael Klett bewies sich als herausragender Solist in dem Werk von Johann Christian Bach "Konzert für Viola und Orchester in c-Moll".
Klaus Leopold
Serenadenkonzert
Musik im Schlosspark:
Das Serenadenkonzert des Orchestervereins collegium musicum lockte am Sonntagabend 250 Besucher in den Park des Schlosses Gaisbach und erfüllte die hochgesteckten Erwartungen des Publikums restlos.
Bei angenehmen Temperaturen im Schatten großer Bäume und im Blickfeld der malerischen Schlosskulisse lauschten die Konzertbesucher den feinen Klängen der Streicher. Diese boten unter ihrem Dirigenten, Prof. Joachim W. Lemme, ein eineinhalbstündiges Konzert mit einen bunten Strauß bekannter Melodien von "Bach bis zu den Beatles".
Das musikalische Spektrum erstreckte sich von der Barockzeit über die Klassik bis in die Neuzeit. Lemme selbst würzte das Konzert mit launigen Worten, Weisheiten ber die Musik sowie mit Sprüchen über die Eitelkeit des Dirigenten. Auch durch sein fröhliches Mitpfeifen einer Tangomelodie brachte er das Publikum zum Schmunzeln. Unter den prominenten Zuhörern sah man Oberbürgermeister Matthias Braun mit Gattin Andrea.
Schlossherr Ulrich Freiherr von Schauenburg genoss das Soiree-Konzert vom Fenster des Schlosses aus.
Roman Vallendor
Mozart rahmte großes Konzerterlebnis markant ein